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بسم الله الرحمن الرحيم
Im Namen Allahs, des Erbarmungsvollen, des Barmherzigen
Antwort auf eine Frage
Das trilaterale saudisch-türkisch-pakistanische Bündnis
Frage:
Al Arabiya berichtete am 18.08.2026, dass Donald Trump das trilaterale Abkommen zwischen der Türkei, Pakistan und Saudi-Arabien begrüßte: Der amerikanische Präsident Donald Trump begrüßte die Unterzeichnung des „Mekka-Abkommens zur gemeinsamen Verteidigung“ durch Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan. Er bezeichnete diesen Schritt als groß, mutig und äußerst bedeutsam und würdigte zugleich die sicherheitspolitische Koordination zwischen den Staaten des Nahen Ostens sowie deren Bestreben, ihre gemeinsamen Verteidigungsfähigkeiten auszubauen. (Al Arabiya, 18.08.2026) Bereits am 17.08.2026 hatte Al Arabiya berichtet: Trump fügte auf der Plattform Truth Social hinzu, er freue sich über die Unterzeichnung des Abkommens durch die drei Staaten. Das Mekka-Abkommen zur gemeinsamen Verteidigung spiegele die zunehmende Annäherung zwischen den Staaten des Nahen Ostens wider. (Al Arabiya, 17.08.2026) Zuvor hatte die Saudi Press Agency (SPA) am Freitag, dem 07.08.2026, auf ihrer Website bekannt gegeben: Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif unterzeichneten das Mekka-Abkommen zur gemeinsamen Verteidigung. Dieses bringt das Bestreben der drei Staaten zum Ausdruck, ihre gemeinsame Sicherheit zu stärken und Sicherheit, Frieden und Stabilität in der Region und weltweit zu verwirklichen, um eine sichere und prosperierende Zukunft zu gewährleisten. (Saudi Press Agency, 07.08.2026) Nun stellt sich die Frage: Welche Tragweite und welche Bedeutung hat die Unterzeichnung dieses Abkommens durch diese drei Staaten? Handelt es sich um ein Bündnis, das darauf ausgerichtet ist, gegen einen Aggressor vorzugehen, der die islamischen Länder angreift, wie etwa die zionistische Entität? Oder dient es lediglich dazu, Saudi-Arabien gegenüber dem Iran zu unterstützen, insbesondere angesichts der sich zuspitzenden Lage am Golf? Und weshalb erklärten die Vereinigten Staaten erst zehn Tage später ihre Unterstützung für dieses Abkommen, obwohl alle drei Staaten US-loyal sind und kaum vorstellbar ist, dass sie ein solches Abkommen ohne deren Zustimmung schließen würden? Kurzum: Welchem Zweck dient dieses Abkommen? Möge Allah dich reichlich belohnen.
Antwort:
Um die Antwort zu verdeutlichen, wollen wir folgende Aspekte darlegen:
1. Die Saudi Press Agency (SPA) berichtete am Freitag, dem 07.08.2026: Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif unterzeichneten das Mekka-Abkommen zur gemeinsamen Verteidigung. Dieses bringt das Bestreben der drei Staaten zum Ausdruck, ihre gemeinsame Sicherheit zu stärken und Sicherheit, Frieden und Stabilität in der Region und weltweit zu verwirklichen, um eine sichere und prosperierende Zukunft zu gewährleisten. (Saudi Press Agency, 07.08.2026) Weiter berichtete die Agentur, dass es in der gemeinsamen Erklärung, die im Anschluss an das Treffen am Freitag in Mekka unterzeichnet wurde, heißt: Das Abkommen zielt darauf ab, die gemeinsame Abschreckung gegenüber jeglichem Angriff zu stärken. Jeder bewaffnete Angriff auf einen der drei Staaten gilt als Angriff auf sie alle. Zudem sieht das Abkommen vor, sämtliche Bereiche der gemeinsamen Verteidigungszusammenarbeit zwischen den drei Staaten weiterzuentwickeln. (Saudi Press Agency, 07.08.2026) Das Abkommen legt somit fest, dass es sich um ein gemeinsames Militärbündnis dreier Regionalmächte handelt, die in der Region als Großmächte gelten. Es soll jeden Angriff auf einen dieser drei Staaten abschrecken. Zugleich bringt das Abkommen jedoch implizit zum Ausdruck, dass Angriffe auf andere islamische Länder keine Rolle spielen und das Bündnis nicht eingreifen wird, um solche Angriffe abzuwehren.
2. Daher zeigte die zionistische Entität auch keinerlei Reaktion, denn sie weiß, dass dieses Abkommen beziehungsweise dieses Bündnis für sie keine Bedrohung darstellt. Dabei müsste jeder einzelne der drei Staaten, die dieses Abkommen unterzeichnet haben, sofern er es aufrichtig meinte, wissen, dass er durchaus in der Lage wäre, diese Entität zu bedrohen und aus der Welt zu schaffen. Stattdessen sehen diese Staaten schweigend zu, wie die zionistische Entität Gaza in Schutt und Asche legt, Hunderttausende seiner Bewohner getötet oder verwundet und Millionen vertrieben hat, deren Häuser sie zuvor zerstörte und dabei schwerste Verbrechen beging. Sie ließ die Menschen dort verhungern und verdursten, Krankheiten zehren an ihnen, schwere Wunden richten sie zugrunde – und noch immer setzt die zionistische Entität ihre Verbrechen fort. Weder gemeinsam noch einzeln haben sich diese Staaten bewegt, um diesen Verbrechen Einhalt zu gebieten. Hinzu kommen vergleichbare Verbrechen im Westjordanland, wo der zionistische Verbrechermob unter dem Schutz seiner Soldaten Verderben im Lande stiftet, Felder und Menschen vernichtet, tötet, verwundet und Menschen inhaftiert, Land an sich reißt, dessen Bewohner vertreibt und ihre Häuser zerstört. Mehr noch: Dem Wortlaut nach steht dieses trilaterale Bündnis sogar der zionistischen Entität offen. So erklärte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan: Das Abkommen richtet sich gegen keinen Staat und steht jenen Staaten zur Teilnahme offen, die zur Stabilität in der Region beitragen wollen. Die zionistische Entität nahm er ausdrücklich nicht davon aus, sondern ließ die Frage bewusst offen. Damit wird der Entität signalisiert, dass sie von diesem Bündnis nichts zu befürchten hat. Schließlich erkennt die Türkei diese Entität an und hat weder ihre diplomatischen noch ihre Handelsbeziehungen zu ihr abgebrochen – selbst während sie in Gaza brutale Massaker verübt und dort Gebiete besetzt hält, die sie als „Sicherheitszonen“ bezeichnet!
3. Ähnlich wie der türkische Präsident äußerte sich am 07.08.2026 auch der Staatssekretär im saudischen Außenministerium für öffentliche Diplomatie, Raed Qarmali, auf der Plattform X. Er erklärte: Das Abkommen stellt weder eine Bedrohung für die Sicherheit irgendeines Staates in der Region dar, noch führt es zu einer Verschärfung der Spannungen zwischen irgendwelchen Staaten. Saudi-Arabien wiederum fordert die Errichtung eines palästinensischen Staates neben dem jüdischen Staat und bekennt sich ausdrücklich zur Zweistaatenlösung. Der saudische Amtsträger will damit also zum Ausdruck bringen, dass dieses Bündnis nicht gegen die zionistische Entität gerichtet ist. Auch der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif bezeichnete das Abkommen am 07.08.2026 auf der Plattform X als „historisch“ und erklärte, es werde für die kommenden Generationen ein Schutzschild des Friedens sein und den drei Ländern Wohlstand bringen. Das bedeutet, dass dieses Abkommen nicht dem Krieg gegen Aggressoren dient, sondern vielmehr ein Friedensprojekt darstellt! Zudem bekräftigte das pakistanische Außenministerium, dass das „Mekka-Abkommen darauf abzielt, die gemeinsame Abschreckung gegenüber jeglichem Angriff zu stärken, und vorsieht, dass jeder bewaffnete Angriff auf einen der drei Staaten als Angriff auf sie alle gilt.“ (Euronews, 07.08.2026) Der Zweck, zu dem die US-Vasallen und -Gefolgsleute in Saudi-Arabien, Pakistan und der Türkei dieses Abkommen unterzeichnet haben, hat somit nichts mit einem Kampf gegen die zionistische Entität zu tun – ungeachtet dessen, dass diese das gesegnete Land besetzt hält und am Ort der ersten Gebetsrichtung (qibla) fortwährend Verbrechen begeht.
4. In der Abschlusserklärung des Gipfeltreffens heißt es: Das Abkommen zielt darauf ab, die gemeinsame Abschreckung zu stärken und die Verteidigungszusammenarbeit zwischen den drei Staaten auszubauen. Es sieht vor, dass jeder bewaffnete Angriff auf einen der Unterzeichnerstaaten als Angriff auf sie alle gilt. Weiter heißt es, das Abkommen beruhe auf den „historischen Bindungen“ und den gemeinsamen strategischen Interessen der drei Staaten und solle Sicherheit und Stabilität in der Region und weltweit stärken. (BBC, 07.08.2026) Von den drei Staaten ist Saudi-Arabien derzeit das einzige Land, das Angriffen ausgesetzt ist, und zwar Angriffen des Iran. Berücksichtigt man dies, so lässt sich verstehen, worauf die Äußerungen der drei Staaten abzielen. Der türkische Außenminister Hakan Fidan deutete den Zweck des Abkommens an: Fidan erklärte, im Rahmen des „Mekka-Abkommens“ sei keine gemeinsame Bedrohung festgelegt worden. Zugleich betonte er: „Kein Staat, der uns nicht angreift, wird für uns zum Ziel.“ (CNN Arabic, 09.08.2026) Im Umkehrschluss bedeutet seine Aussage: Sollte der Iran angreifen – und tatsächlich führt er bereits Angriffe durch –, wird er für uns zum Ziel. In einer weiteren Erklärung versuchte Fidan, die Zielsetzung des Abkommens in ein besseres Licht zu rücken, indem er es als Instrument zur Gewährleistung der Stabilität in der Region darstellte. Dabei ging seine Argumentation jedoch fehl. Er erklärte: „Saudi-Arabien, Pakistan und die Türkei sind keine expansionistischen Staaten.“ Zugleich bezeichnete er das Abkommen als „den bedeutendsten Schritt, der dieser Region dauerhafte Stabilität bringen wird, deren Name seit dem Rückzug des Osmanischen Staates vor hundert Jahren mit Instabilität verbunden ist.“ (CNN Arabic, 08.08.2026) Dennoch scheut sich dieser Amtsträger, die Wahrheit beim Namen zu nennen. Seine Aussage, der Osmanische Staat habe sich aus der Region „zurückgezogen“, dient dazu, die Staaten des Unglaubens nicht dadurch zu verärgern, dass die tatsächlichen Geschehnisse offengelegt werden: So haben sich die ungläubigen Staaten im Ersten Weltkrieg mit ihren Vasallen unter den Arabern und Türken zum Krieg gegen den Osmanischen Staat verbündet, um das Kalifat zu Fall zu bringen. Danach begannen diese Staaten, in der islamischen Region Unheil zu stiften. Sie suchten sich ihre Vasallen und machten sie zu Königen und Präsidenten, während sie die führenden Köpfe als Extremisten und Terroristen brandmarkten und in die Gefängnisse warfen. So breiteten sich Chaos und Instabilität aus, weil die islamische Umma das Vorgehen der Staaten des Unglaubens abgelehnt und sich ihm widersetzt hat. So sagte Fidan: „… seit dem Rückzug des Osmanischen Staates“, anstatt offen zu erklären: „… seit sich die Staaten des Unglaubens und die Verräter unter den Arabern und Türken gegen das Osmanische Kalifat verbündeten, um es zu Fall zu bringen.“ Er hat diese Formulierung bewusst vermieden, weil er fürchtete, die ungläubigen Staaten damit zu verärgern. Bekämpfe sie Allah, wie sind sie doch getrogen!
5. Was die Frage betrifft, weshalb die Vereinigten Staaten erst nach zehn Tagen auf dieses Abkommen reagierten: Wäre es nämlich nicht in ihrem Interesse gewesen, hätten sie sich unverzüglich dagegen ausgesprochen. Offenbar wollten die USA jedoch nicht den Eindruck erwecken, selbst hinter diesem Abkommen zu stehen, indem sie ihm umgehend ihre Unterstützung aussprechen. Denn dadurch hätte es seinen politischen Glanz verloren, da deutlich geworden wäre, dass das Abkommen auf amerikanische Anweisung hin geschlossen wurde. Dies wiederum hätte die Position ihrer drei Vasallen geschwächt. Schließlich versuchten diese mit dem Abkommen den Eindruck zu vermitteln, auf ihre Souveränität bedacht zu sein und als freie Staaten jenen entgegenzutreten, die sie angreifen. Daher warteten die Vereinigten Staaten zunächst eine gewisse Zeit ab. Erst danach begann Trump, das Abkommen zu unterstützen, seine Freude darüber zum Ausdruck zu bringen und die Staatsoberhäupter der drei Länder zu loben.
So erklärte er nun, wie Al Arabiya am 18.08.2026 berichtete: Der amerikanische Präsident Donald Trump begrüßte die Unterzeichnung des „Mekka-Abkommens zur gemeinsamen Verteidigung“ durch Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan. Er bezeichnete diesen Schritt als groß, mutig und äußerst bedeutsam und würdigte zugleich die sicherheitspolitische Koordination zwischen den Staaten des Nahen Ostens sowie deren Bestreben, ihre gemeinsamen Verteidigungsfähigkeiten auszubauen. (Al Arabiya, 18.08.2026) Bereits am 17.08.2026 hatte Al Arabiya berichtet: Trump fügte auf der Plattform Truth Social hinzu, er freue sich über die Unterzeichnung des Abkommens durch die drei Staaten. Das Mekka-Abkommen zur gemeinsamen Verteidigung spiegele die zunehmende Annäherung zwischen den Staaten des Nahen Ostens wider. (Al Arabiya, 17.08.2026)
Dies ist der Grund dafür, dass Trump mit seinem Lob und seiner Unterstützung zunächst abwartete. Denn alle drei Staaten sind US-loyal: Saudi-Arabien und Pakistan sind amerikanische Vasallenstaaten und strategische Partner der Vereinigten Staaten außerhalb der NATO. Die Türkei wiederum ist ein Staat, der sich im amerikanischen Orbit dreht und zugleich an der Seite der Vereinigten Staaten Mitglied der NATO ist.
6. Die Vereinigten Staaten wollen, dass diese drei US-loyalen Staaten eine bestimmte Rolle in der Region übernehmen, insbesondere gegen den Iran und gegen die Bewohner der Region: die Muslime. Nachdem am 18.06.2026 bekannt gegeben worden war, dass der iranische Präsident Masoud Pezeshkian und sein amerikanischer Amtskollege Donald Trump per Videoübertragung eine Absichtserklärung unterzeichnet hatten, ist es den Vereinigten Staaten bislang nicht gelungen, ihre Ziele durchzusetzen, und die Verhandlungen sind ins Stocken geraten. Daher wollen sie diese großen Staaten der Region als Druckmittel gegen den Iran einsetzen. Auf diese Weise soll der Iran von Nachbarstaaten umgeben werden, die mit den Vereinigten Staaten verbündet sind. Trump geht davon aus, dass der Iran dadurch nachgibt und seine Bedingungen akzeptiert. Damit will er zugleich seine Partei davor bewahren, bei den bevorstehenden Zwischenwahlen eine Niederlage zu erleiden. In diesem Zusammenhang kommentierte der republikanische US-Abgeordnete Joe Wilson das Abkommen am 08.08.2026 auf seiner Seite auf der Plattform X mit den Worten: Das gemeinsame Verteidigungsabkommen zwischen Saudi-Arabien, der Türkei und Pakistan ist ein weiterer Erfolg, der dem amerikanischen Präsidenten bei seinen Bemühungen um mehr Stabilität, Frieden und Wohlstand im Nahen Osten zugerechnet werden kann. Auch Michael Ratney, der ehemalige amerikanische Botschafter in Riad, vertritt die Auffassung, dass die Vereinigten Staaten das Abkommen als einen Beitrag zur Stärkung der Sicherheit in der Region betrachten, der es ihnen ermöglicht, den – wie er sagte – fortwährenden Angriffen Irans entgegenzutreten. Das Mekka-Abkommen trage somit zum Schutz der gesamten Region bei. Seiner Einschätzung nach betrachtet Präsident Donald Trump das trilaterale Bündnis als ein Mittel, das ihm Unterstützung bietet, und zugleich als Beitrag zur Stärkung der Stabilität. (Al Arabiya, 18.08.2026) All dies deutet darauf hin, dass die Vereinigten Staaten hinter diesem Abkommen stehen und dass es als Erfolg ihres Präsidenten Trump gewertet wird. Die USA setzten also diese drei ihnen loyalen Staaten in Bewegung, um sie als indirektes Druckmittel gegen den Iran einzusetzen.
7. Zudem ist die Türkei Mitglied der NATO und damit verpflichtet, deren Mitglieder, zu denen auch die Vereinigten Staaten gehören, zu verteidigen. Wie sollte sie also ihren daraus erwachsenden Verpflichtungen zuwiderhandeln? Vielmehr wird sie im Rahmen ihrer Loyalität gegenüber den Vereinigten Staaten handeln. Daher war Präsident Erdoğan auch mit Nachdruck darum bemüht, die Spannungen innerhalb des Bündnisses, insbesondere zwischen den Vereinigten Staaten und Europa, zu überwinden und die NATO zu stärken. So empfing er deren Staats- und Regierungschefs, allen voran Donald Trump, am 7. und 8.07.2026 in Ankara. Erdoğan empfing Trump am Flughafen und bereitete ihm anschließend im Präsidentenpalast in Ankara einen feierlichen Empfang. Noch vor Beginn des NATO-Gipfels kamen beide zu einem bilateralen Gespräch zusammen. Die Art und Weise, wie Trump empfangen wurde, verdeutlichte, wie eng die Freundschaft und Verbundenheit zwischen beiden ist. So erklärte Trump während des Besuchs: Offen gesagt: Würde der NATO-Gipfel nicht in der Türkei stattfinden und wäre mein Freund Erdoğan, der ein sehr starker Staatsführer und eine sehr starke Persönlichkeit ist, nicht hier, hätte ich vielleicht gar nicht daran teilgenommen. Zudem würdigte er die Haltung der Türkei, sich nicht auf die Seite Irans gestellt zu haben. Erdoğans Beteiligung an einem Bündnis mit Saudi-Arabien und Pakistan erfolgt somit im Rahmen seiner Loyalität gegenüber den Vereinigten Staaten und seiner Verteidigungsverpflichtung aus dem NATO-Vertrag.
8. Auf der Gegenseite deuten die Äußerungen aus Teheran darauf hin, dass der Iran erkannt hat, selbst das Ziel des neuen Verteidigungsabkommens zwischen der Türkei, Pakistan und Saudi-Arabien zu sein. In einer ersten iranischen Reaktion auf das Abkommen erklärte Ebrahim Rezaei, Mitglied des Ausschusses für nationale Sicherheit und Außenpolitik des iranischen Parlaments, auf der Plattform X, ehemals Twitter: Die Saudis müssen erkennen, dass ihnen ein „Abkommen auf dem Papier“ mit der Türkei und Pakistan keine Sicherheit verschaffen wird, ebenso wenig wie jahrzehntelange einseitige Abhängigkeit von den Amerikanern dazu imstande war. An die Saudis gerichtet fügte er hinzu: Ändert eure Politik, damit ihr nicht gezwungen seid, andere um Sicherheit anzuflehen. (CNN Arabic, 07.08.2026) Auch iranische Medien griffen das Abkommen scharf an, wie Al-Quds Al-Arabi am 09.08.2026 berichtete. So vertrat die dem Büro des iranischen Revolutionsführers nahestehende Zeitung Kayhan die Auffassung, das Ziel dieses trilateralen Abkommens bestehe darin, dem jemenitischen Widerstand, Ansar Allah (Huthis, Anmerkung), dem Iran und der Widerstandsachse entgegenzutreten. Auch die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim erklärte: Nachdem Saudi-Arabien erkannt hatte, dass es zwecklos ist, sich zur Gewährleistung seiner Sicherheit auf die Vereinigten Staaten zu verlassen, änderte es seine Strategie nicht, sondern weitete stattdessen seine Politik des „Erkaufs von Sicherheit“ aus, indem es im Rahmen des trilateralen Abkommens von Mekka Gelder in die Türkei und nach Pakistan fließen lässt, um sich gegen Reaktionen der „Widerstandsfront“ abzusichern. (Al-Quds Al-Arabi, 09.08.2026) Dies verdeutlicht, welche Ziele der Iran hinter dem Abkommen zwischen den drei Staaten sieht: Es stellt aus seiner Sicht ein Druckmittel dar, das die Vereinigten Staaten gegen den Iran einsetzen.
9. Im Grunde sollten die drei Länder – die Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan – ebenso wie die übrigen islamischen Länder ein einziges Land in einem einzigen Staat bilden, unter der Führung eines einzigen Kalifen, der sie nach dem Buch Allahs, des Erhabenen, und der Sunna Seines Gesandten ﷺ regiert, und nicht voneinander unabhängige Kleinstaaten, die Allianzen im Interesse der Kolonialmächte schließen und in Bündnisse eintreten, die von diesen Mächten geschaffen wurden. So hat der Erhabene in eindeutigen Versen befohlen, an Seinem Seil festzuhalten; Er hat die Spaltung und Aufteilung der islamischen Länder in Kleinstaaten in aller Deutlichkeit untersagt. Auch hat Er es kategorisch verboten, den Ungläubigen Loyalität entgegenzubringen und in ihrem Interesse zu handeln. Zudem hat Er es nachdrücklich untersagt, nach etwas anderem zu regieren als nach dem, was Er herabgesandt hat, und dies als Unglauben, Unrecht oder Frevel bezeichnet – oder als Kombination aller dreien zusammen. Gleichzeitig aber hat der Erhabene in Seinem edlen Buch die Rückkehr des rechtgeleiteten Kalifats verheißen:
(وَعَدَ اللَّهُ الَّذِينَ آمَنُوا مِنْكُمْ وَعَمِلُوا الصَّالِحَاتِ لَيَسْتَخْلِفَنَّهُمْ فِي الْأَرْضِ كَمَا اسْتَخْلَفَ الَّذِينَ مِنْ قَبْلِهِمْ وَلَيُمَكِّنَنَّ لَهُمْ دِينَهُمُ الَّذِي ارْتَضَى لَهُمْ وَلَيُبَدِّلَنَّهُمْ مِنْ بَعْدِ خَوْفِهِمْ أَمْناً يَعْبُدُونَنِي لَا يُشْرِكُونَ بِي شَيْئاً وَمَنْ كَفَرَ بَعْدَ ذَلِكَ فَأُولَئِكَ هُمُ الْفَاسِقُونَ)
Verheißen hat Allah denen, die von euch glauben und gute Werke tun, dass Er sie gewiss zu Nachfolgern auf Erden machen wird, wie Er jene, die vor ihnen waren, zu Nachfolgern machte; und dass Er ihnen gewiss ihre Glaubensordnung festigen wird, die Er ihnen gutgeheißen hat; und dass Er ihren Stand nach ihrer Furcht in Sicherheit umkehren wird, auf dass sie Mir dienen und Mir nichts zur Seite stellen. Wer sich aber hernach abwendet, so sind dies die Frevler. (24:55)
Ebenso verkündete der Gesandte Allahs ﷺ die Frohbotschaft, dass diese Zwangsherrschaft, die gegenwärtig in diesen drei Ländern und den übrigen islamischen Ländern besteht, verschwinden und anschließend das Kalifat zurückkehren wird. So sagte er ﷺ:
«...ثُمَّ تَكُونُ مُلْكاً جَبْرِيَّةً فَتَكُونُ مَا شَاءَ اللَّهُ أَنْ تَكُونَ، ثُمَّ يَرْفَعُهَا إِذَا شَاءَ أَنْ يَرْفَعَهَا، ثُمَّ تَكُونُ خِـلَافَةً عَلَى مِنْهَاجِ النُّبُوَّةِ. ثُمَّ سَكَتَ»
„[…] Sodann wird eine Zwangsherrschaft folgen. Sie wird weilen, solange Allah sie weilen lässt, dann wird Allah sie aufheben, wenn Er sie aufheben will. Sodann folgt ein Kalifat gemäß dem Plan des Prophetentums.“ Dann schwieg er.(Überliefert bei Aḥmad)
Folglich wird das Kalifat mit der Erlaubnis Allahs zurückkehren. Doch Allah, der Erhabene, hat bestimmt, dass keine Engel vom Himmel herabkommen werden, um für uns das Kalifat zu errichten, während wir untätig dasitzen. Vielmehr müssen wir handeln, uns mit aller Kraft einsetzen, uns fleißig bemühen und in all unserem Tun nach Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit streben. Sodann können wir darauf vertrauen, dass sich Allahs Verheißung und die Frohbotschaft Seines Gesandten ﷺ erfüllen werden. All dies ist in der Lebensgeschichte (sīra) des Gesandten Allahs ﷺ deutlich dargelegt.
In dieser Weise ging der Gesandte Allahs ﷺ vor. Auch seine Gefährten – möge Allah mit ihnen zufrieden sein – folgten seinem Vorbild in dieser Weise, und ebenso müssen auch wir in dieser Weise vorgehen. Sodann wird sich der Sieg Allahs mit Seiner Erlaubnis zweifellos einstellen:
(وَيَوْمَئِذٍ يَفْرَحُ الْمُؤْمِنُونَ * بنَصْرِ اللَّهِ يَنْصُرُ مَنْ يَشَاءُ وَهُوَ الْعَزِيزُ الرَّحِيمُ)
An jenem Tage werden die Gläubigen sich freuen – über den Sieg Allahs. Er führt zum Sieg, wen Er will, und Er ist der Allmächtige, der Barmherzige. (30:4–5)



