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بسم الله الرحمن الرحيم

 

Im Namen Allahs des Allerbarmers des Barmherzigen

Nachricht und Kommentar

Werden Großbritannien und Frankreich in der Straße von Hormus das tun können, was die USA bisher nicht vermochten?

Nachricht:

Der britische Verteidigungsminister John Healey erklärte während eines Online-Gipfels mit mehr als 40 Verteidigungsministern der an der Mission zur Öffnung der Straße von Hormus beteiligten Staaten, dass Großbritannien mit der Öffnung der Meerenge beginnen werde, sobald die Umstände dies zuließen. Er sagte: „Gemeinsam mit unseren Verbündeten wird diese multinationale Mission defensiv, unabhängig und glaubwürdig sein.“

Der britische Beitrag zur Sicherung der Straße von Hormus umfasst eine neue Finanzierungszusage in Höhe von 115 Millionen Pfund Sterling (rund 155,5 Millionen US-Dollar). Die Mittel sind für unbemannte Systeme zur Minensuche sowie für Drohnenabwehrsysteme bestimmt. Mit diesem Engagement will London der internationalen Handelsschifffahrt seine Entschlossenheit bekräftigen, die Freiheit der Schifffahrt trotz der zunehmenden Spannungen in der Region zu gewährleisten.

Das Maßnahmenpaket umfasst zudem autonome Systeme zur Ortung und Beseitigung von Seeminen, schnelle unbemannte Überwasserfahrzeuge, Typhoon-Kampfjets für Luftpatrouillen sowie den Zerstörer „HMS Dragon“, ein Luftverteidigungsschiff, das sich bereits auf dem Weg in den Nahen Osten befindet.

Auch Frankreich stellt für denselben Einsatz verschiedene Waffensysteme bereit, darunter einen Flugzeugträger.

Kommentar:

Mit dem, was Großbritannien und Frankreich gemeinsam mit 40 weiteren verbündeten Staaten aufbieten, wollen die Europäer ihre Präsenz in einer Region demonstrieren, in der bislang die USA während der vorausgegangenen blutigen Konflikte den Ton angaben. Doch werden die beiden Staaten diese schwierige Aufgabe bewältigen können, an der die Vereinigten Staaten bislang gescheitert sind?

Wichtiger als die Frage, ob die Mission zur Sicherung der Straße von Hormus erfolgreich sein wird oder scheitert, ist die Frage, wer die maßgeblichen Akteure dieser Mission sind.

Die Abwesenheit der Europäer vom Persischen Golf während des gesamten Krieges und der darauf folgenden Waffenruhen steht für eine beispiellose Schwäche der europäischen Mächte in einer Region, die traditionell zum gemeinsamen westlichen – amerikanisch-europäischen – Einflussbereich zählt. Entscheidend ist daher, dass Europa dem Geschehen nicht dauerhaft fernbleibt, sondern sich ihm – wenn auch verspätet – wieder anschließt.

Allein die Annäherung europäischer Kriegsschiffe an den Persischen Golf bedeutet bereits den Einstieg in das Geschehen. Großbritannien ist sich bewusst, dass ein Fernbleiben von diesem Konflikt einem endgültigen Verlust seines politischen Einflusses in der Region gleichkäme. Deshalb setzt London alles daran, zumindest eine – wenn auch nur symbolische – Rolle zu spielen. Dasselbe gilt für Frankreich.

Von besonderer Bedeutung für den neuen europäischen Einsatz ist zudem, dass er nicht unter dem Dach der Vereinigten Staaten steht. Nur so kann Europa seine Position als sichtbar eigenständig gegenüber den USA darstellen – und genau das verleiht seinem Engagement politisches Gewicht und Glaubwürdigkeit.

Es heißt seit jeher: „Besser spät als nie.“ Genau dies ist der Ansatz und die Logik der Europäer bei ihrem Eingreifen in die Konflikte dieser Welt – insbesondere in der Golfregion.

Geschrieben für das Zentrale Medienbüro von Hizb-ut-Tahrir
Ahmad al-Khatwani
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