Media Office
Zentrales Medienbüro von Hizb-ut-Tahrir
| H. 4 Rabi' I 1448 | No: 1448AH/029 |
| M. Montag, 17 August 2026 |
Presseverlautbarung
Die Siedler setzen ihre Verbrechen fort, während die Herrscher tatenlos zusehen!
(Übersetzung)
Seit über einer Woche belagern Siedler palästinensische Häuser im Dorf Qusra im besetzten Westjordanland, in denen etwa 15 Personen, darunter Frauen und Kinder, leben. Ihr Ziel ist es, die Bewohner dazu zu zwingen, ihr Land zu verlassen, damit die Siedler es an sich reißen können. Die Siedler haben die Wasser- und Stromversorgung abgeschnitten und weigern sich, jemanden hinein- oder herauszulassen. Sie haben zudem Eigentum beschädigt, Häuser mit Steinen beworfen und die Bewohner beschimpft. All dies geschieht mit Unterstützung der Besatzungsarmee. Es ist anzumerken, dass sich diese Häuser in der B-Zone gemäß den Osloer Abkommen befinden und unter der administrativen Kontrolle der Palästinensischen Autonomiebehörde stehen. Die Präsenz der Siedler hat sie jedoch effektiv vom Rest des Dorfes Qusra isoliert.
Die Ausweitung der Siedlungen im Westjordanland verzeichnete in den Jahren 2025 und 2026 einen erheblichen Anstieg. Dabei wurden Tausende Dunam Land enteignet und deren Eigentümer vertrieben, um Tausende von Siedlungseinheiten zu errichten und Dutzende weitere von Siedlern gebaute Außenposten im gesamten Westjordanland auszubauen.
Ein UN-Vertreter berichtete, dass allein im Jahr 2026 etwa 3 800 Palästinenser – fast die Hälfte von ihnen Kinder – aufgrund von Siedlergewalt, Abrissen und Vertreibungen ihr zuhause verloren. Am vergangenen Mittwoch kündigte der rechtsextreme Finanzminister Smotrich den Bau von mehr als 2 000 neuen Wohnungen in drei jüdischen Siedlungen im Westjordanland an.
In Jenin wurden kürzlich 27 palästinensische Gebäude abgerissen, um den Wiederaufbau von Siedlungen in der Region vorzubereiten. Siedler haben zudem die Siedlung Ganim 21 Jahre nach ihrer Räumung im Rahmen des von dem jüdischen Gebilde vereinbarten Rückzugsplans von 2005 wiedererrichtet. Die Besatzungstruppen sperrten die Zufahrten und Nebenstraßen entlang der Hauptstraße, die zur Siedlung führt, um den Siedlern und ihren an der Wiedererrichtung beteiligten Führern, darunter die Minister für Krieg und Kommunikation sowie Mitglieder der Knesset, Schutz zu gewähren. Dadurch wird die Landkarte des Gouvernements Jenin neu gezeichnet und vor Ort eine neue Realität geschaffen, die das Gouvernement zersplittern und in etwas verwandeln wird, das einer Militärkaserne ähnelt. Dies wird die Häufigkeit von Angriffen und Auseinandersetzungen erhöhen und die geografische Kontinuität zwischen palästinensischen Städten gefährden.
All dies geschieht mit der Unterstützung der Besatzungsarmee, die es den Siedlern ermöglicht, ungestraft Land und Ressourcen im gesamten Westjordanland zu beschlagnahmen, selbst in Gebieten, in denen die palästinensischen Landbesitzer über Eigentumsdokumente verfügen, die von dem jüdischen Gebilde ausgestellt wurden. Die Siedler fühlen sich durch ihre rechtsextreme Regierung unter Netanjahu bestärkt, welche die schnelle Ausweitung der Siedlungen im Westjordanland aktiv vorantreibt. Dies geht einher mit Angriffen auf Palästinenser sowie militärischen Maßnahmen. Dazu gehören die Errichtung von Kontrollpunkten, Straßensperren und Einschränkungen für die Landwirte.
Ein UN-Vertreter erklärte, die Gewalt durch Siedler habe ein beispielloses Ausmaß erreicht. Der Vorsitzende der Behörde gegen die Mauer und den Siedlungsbau berichtete, dass „israelische“ Besatzungstruppen und Siedler im Juli etwa 2 256 Angriffe auf Palästinenser sowie deren Land und Eigentum verübt hätten. Allein diese Angriffe haben seit Jahresbeginn zum Tod von fast 20 Palästinensern geführt. Der jüngste von ihnen war ein 13‑jähriges Kind. Hinzu kommt die Zwangsvertreibung von Tausenden Zivilisten aus ihren Häusern und Wohngebieten im Westjordanland, von denen fast die Hälfte Kinder sind.
Am Freitag kündigte Verteidigungsminister Katz die Übertragung von Strafverfolgungsbefugnissen in den Siedlungen des Westjordanlands an die Polizei unter dem sogenannten Ministerium für nationale Sicherheit an, das vom rechtsextremen Politiker Ben-Gvir geleitet wird. Dieser Schritt bedeutet eine Zunahme der Gewalt und führt zur faktischen Annexion des Gebiets.
Wie üblich beschränkt sich die Reaktion der Palästinensischen Autonomiebehörde bestenfalls auf Verurteilungen, Appelle an die internationale Gemeinschaft und Großmächte zum Schutz der Bevölkerung sowie die Dokumentation von Verstößen zur Vorlage bei internationalen Menschenrechts- und Justizinstitutionen!
Je mehr die Herrscher und Armeen darin versagen das Gesegnete Land und sein Volk zu unterstützen, desto anmaßender und dreister wird das raubende jüdische Gebilde. Und je korrupter und komplizenhafter die Palästinensische Autonomiebehörde wird, desto mehr hält der falsche Mut der Siedler an – denn sie wissen, dass sich ihnen niemand entgegenstellen wird außer den unbewaffneten Bewohnern, die nur mit Stolz und Würde gewappnet sind.
O Offiziere und Soldaten der Armeen:
Wie lange wollt ihr noch in diesem Zustand des Schweigens, der Tatenlosigkeit und der Nachlässigkeit verharren?!
Die Unterstützung des Din‘s und seines Volkes sowie die Hilfe für die Unterdrückten ist eure Pflicht. Dem nicht nachzukommen, ist nicht bloß eine Nachlässigkeit, sondern könnte ein Grund für die Anwendung des göttlichen Gesetzes des Austauschs sein.
Arbeitet daher darauf hin, diese Herrscher zu beseitigen, die als unüberwindbares Hindernis für die Errichtung der Herrschaft Allahs auf Erden stehen – damit ihr nicht zu jenen gehört, die in diesem edlen Vers beschrieben werden:(وَإِنْ تَتَوَلَّوْا يَسْتَبْدِلْ قَوْماً غَيْرَكُمْ ثُمَّ لَا يَكُونُوا أَمْثَالَكُمْ)„Wenn ihr euch abkehrt, wird Er euch durch ein anderes Volk ersetzen, und sie werden dann nicht gleich euch sein.“ [TMQ Muhammad: 38].Denn dann hättet ihr sowohl das Diesseits als auch das Jenseits verloren!
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