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بسم الله الرحمن الرحيم

 

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Antworten des hochgelehrten ʿAṭāʾ ibn Ḫalīl Abū ar-Rašta, des amīr von Hizb-ut-Tahrir, auf die Fragen der Besucher seiner Facebook-Seite – Rubrik „Fiqhī“

Antwort auf eine Frage

Von wem ist die Unterstützung (nuṣra) zu erbitten?!

An ʿAmmār Sammān

Frage:

As-salāmu ʿalaikum wa-raḥmatullāhi wa-barakātuh!

Bāraka llāhu fīkum wa-saddadakum …

Meine Frage an den amīr – sofern Ihr so gütig seid – betrifft das Bemühen um das Erlangen der machtvollen Unterstützung (nuṣra):

Beschränkt sich die Darlegung des Islams als zivilisatorisches Projekt ausschließlich auf die Träger von Macht in den muslimischen Ländern?

Oder erfolgt sie auch in nichtmuslimischen Ländern, so wie es der Gesandte Allahs tat?

Es wäre wünschenswert, wenn die Antwort unseres geehrten šayḫ mit einer islamrechtlichen Herleitung (taʾṣīl fiqhī) versehen wäre.

Ebenso wäre es begrüßenswert, wenn diese Antwort der Allgemeinheit zugänglich gemacht würde, da diese Frage unser Verständnis der Vorgehensweise des Gesandten Allahs betrifft.

Dein Sohn und Bruder

Abū Muḥammad Zaid

Antwort:

wa-ʿalaikum as-salām wa-raḥmatullāhi wa-barakātuh

Wir haben eine solche Frage bereits in mehr als einer Antwort behandelt. Ich übermittle dir hier aus unserer Antwort vom 24.06.2021 das, was mit deiner Frage in Zusammenhang steht:

[Frage:

Unser šaiḫ, ich habe – wenn Sie gestatten – eine Frage: Es ist bekannt, dass der Prophet die nuṣra bei den Stämmen suchte. Doch gehörte Quraiš zu den Stämmen, bei denen der Prophet die nuṣra erbat? Möge Allah euch reichlich belohnen.

Antwort:
wa-ʿalaikum as-salām wa-raḥmatullāhi wa-barakātuh!

Die nuṣra wird von demjenigen erbeten, der dem Aufruf zum Islam folgt, ihn annimmt und zugleich Macht und Schutzfähigkeit besitzt (ahl al-qūwa wa-l-manʿa), sodass er imstande ist, den Islam effektiv zu unterstützen und die Regentschaft gemäß dem zu errichten, was Allah herabgesandt hat… Diese beiden Bedingungen müssen bei demjenigen erfüllt sein, von dem die nuṣra erbeten wird.

Wenn er also dem Aufruf zum Islam nicht Folge leistet und ihn nicht annimmt oder keine Macht und Schutzfähigkeit besitzt, die zur Veränderung imstande sind – sei es aus eigener Kraft gemeinsam mit seinem Stamm oder mit anderen –, so zählt er nicht zu den Leuten der nuṣra.

Bei Quraiš waren diese Voraussetzungen vor der Eroberung nicht gegeben: Diejenigen unter ihnen, die Stärke und Schutzfähigkeit besaßen und zur Veränderung imstande gewesen wären, nahmen den Islam zu jener Zeit nicht an. Daher hat der Gesandte Allahs die nuṣra nicht von ihnen erbeten. Vielmehr rief er in Mekka zum Islam auf, woraufhin die Schwachen den Islam annahmen, ebenso einige Starke als Einzelpersonen – jedoch ohne ihre Stämme –, sodass sie keine Veränderung herbeiführen konnten, wie etwa ʿUmar oder Ḥamza… Daher wurde von den Einwohnern Mekkas keine Unterstützung erbeten (ṭalab an-nuṣra), weil die beiden Bedingungen nicht erfüllt waren. Vielmehr bestand in Mekka ein Aufruf zum Islam, ohne dass die Träger von Macht und Schutzfähigkeit unter den Mekkanern, die zur Veränderung imstande gewesen wären, den Islam annahmen. Folglich gab es in Mekka kein Unterstützungsersuchen; vielmehr wurde die Stadt später militärisch eröffnet.

Aufgrund dessen pflegte der Gesandte Allahs , sich den Stämmen von Macht und Schutzfähigkeit anzubieten: Er rief sie zuerst zum Islam auf und bat sie danach um Unterstützung, sofern sie den Islam annahmen. Im Folgenden einige Tradierungen hierzu aus der sīra:

Erstens: Aus der sīra von Ibn Hišām

1. Das Ersuchen um nuṣra bei Ṯaqīf:

[... Ibn Isḥāq führt aus: Yazīd ibn Ziyād berichtete mir von Muḥammad ibn Kaʿb al-Quraẓī, dass der Gesandte Allahs , als er aṭ-Ṭāʾif erreichte, sich an eine Gruppe von Ṯaqīf wandte, die zu jener Zeit ihre führenden Persönlichkeiten und Würdenträger waren … Der Gesandte Allahs setzte sich zu ihnen, rief sie zu Allah auf und sprach mit ihnen über das, weshalb er zu ihnen gekommen war, nämlich dass sie ihm machtvolle Unterstützung (nuṣra) für den Islam gewähren sollten …]

Ihre Antwort fiel jedoch ablehnend aus, und sie kamen seinem Aufruf nicht nach. Daraufhin erhob sich der Gesandte Allahs und verließ sie, nachdem er die Hoffnung auf das Gute in Ṯaqīf aufgegeben hatte.

2. Der Gesandte bietet sich den Banū ʿĀmir an:

[Ferner erwähnt Ibn Isḥāq, az-Zuhrī habe ihm berichtet, dass der Gesandte zu Banū ʿĀmir ibn Ṣaʿṣaʿa kam, sie zu Allah – erhaben ist Er – einlud und sich ihnen darbot. Da sagte ein Mann von ihnen zu ihm: „Wie verhält es sich, wenn wir dir den Treueid auf deine Angelegenheit leisten und Allah dir den Sieg über deine Widersacher verleiht – wird uns dann nach dir die Herrschaft zukommen?“

Er antwortete:

«الْأَمْرُ إِلَى اللَّهِ يَضَعُهُ حَيْثُ يَشَاءُ»

Die Herrschaft liegt in der Hand Allahs; Er setzt sie ein, wo Er will.

Daraufhin sagte der Mann: „Sollen wir unsere Hälse den Arabern für dich hinhalten, und wenn Allah dir den Sieg verleiht, kommt die Herrschaft anderen als uns zu? Dann haben wir kein Interesse an deiner Sache.“ – und sie lehnten ab.]

Zweitens: Aus dem tafsīr von Ibn Kaṯīr

[Ibn Kaṯīr berichtet: „Dann gelangten wir zu einer Versammlung, die von Ruhe und Würde geprägt war. Dort befanden sich angesehene ältere Männer von Rang und erhabener Erscheinung. Abū Bakr trat vor und grüßte – ʿAlī sagte: Abū Bakr war stets in allem Guten vorauseilend – und fragte sie: „Zu welchem Stamm gehört ihr?“ Sie antworteten: „Zu Banū Šaibān ibn Ṯaʿlaba.“

Da wandte er sich dem Gesandten Allahs zu und sprach: „Ich gäbe Vater und Mutter für dich hin! Nach diesen gibt es in ihrem Volk niemanden mehr von Rang und Ansehen.“

Daraufhin fragte Mafrūq: „Wozu rufst du auf, o Sohn von Quraiš?“ Er wandte sich dem Gesandten Allahs zu, der sich setzte, während Abū Bakr ihn mit seinem Gewand beschattete.

Da sprach der Gesandte Allahs :

«أَدْعُوكُمْ إِلَى شَهَادَةِ أَنْ لَا إِلَهَ إِلَّا اللَّهُ وَحْدَهُ لَا شَرِيكَ لَهُ، وَأَنِّي رَسُولُ اللَّهِ، وَأَنْ تُؤْوُنِي، وَتَمْنَعُونِي، وَتَنْصُرُونِي حَتَّى أُؤَدِّيَ عَنِ اللَّهِ الَّذِي أَمَرَنِي بِهِ، فَإِنَّ قُرَيْشًا قَدْ تَظَاهَرَتْ عَلَى أَمْرِ اللَّهِ وَكَذَّبَتْ رَسُولَهُ، وَاسْتَغْنَتْ بِالْبَاطِلِ عَنِ الْحَقِّ، وَاللَّهُ هُوَ الْغَنِيُّ الْحَمِيدُ»

Ich rufe euch dazu auf, zu bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Allah allein, ohne Teilhaber, und dass ich der Gesandte Allahs bin, und dass ihr mir Schutz gewährt, mich verteidigt und mir Unterstützung leistet, bis ich das von Allah verkünde, womit Er mich beauftragt hat. Denn Quraiš hat sich gegen die Angelegenheit Allahs verbündet und Seinen Gesandten der Lüge bezichtigt. Sie hat sich mit der Falschheit vor der Wahrheit begnügt; und Allah ist der Unbedürftige, der Lobwürdige.

Da sagte al-Muṯannā: „Ich habe deine Worte gehört und sie gutgeheißen, o Sohn von Quraiš. Was du gesagt hast, hat mir gefallen. Die Antwort ist die von Hāniʾ ibn Qabīṣa: Wenn wir unseren Glauben aufgäben und dir folgten, würde uns allein das bereits genügen. Doch haben wir uns zwischen zwei Grenzräumen niedergelassen: dem al-Yamāmas und dem as-Samāwas.“ Da fragte ihn der Gesandte Allahs :

»وَمَا هَذَانِ الصَّرَيَانِ»؟

Und was sind diese beiden Grenzräume? Er antwortete: „Der eine davon ist das Uferland; das Land der Araber. Und der andere ist das Land der Perser; die Flüsse Kisrās. Wir haben uns nämlich auf Grundlage eines Abkommens niedergelassen, das Kisrā uns auferlegt hat, dass wir keine Neuerung einführen und keinen Neuerer aufnehmen sollen. Und möglicherweise gehört diese Angelegenheit, zu der du uns aufrufst, zu dem, was die Könige missbilligen.

Was die Grenze zu den Arabern betrifft, so wird die Sünde dessen, der dort tätig ist, vergeben, und ihm wird Abbitte gewährt. Was jedoch die Grenze zu den Persern anbelangt, so wird die Sünde dessen, der dort tätig ist, nicht vergeben, und ihm wird keine Abbitte gewährt. Wenn du willst, dass wir dich unterstützen und dich an der Grenze zu den Arabern verteidigen, so würden wir das tun.“ Daraufhin sagte der Gesandte Allahs :

«مَا أَسَأْتُمُ الرَّدَّ إِذْ أَفْصَحْتُمْ بِالصِّدْقِ، إِنَّهُ لَا يَقُومُ بِدِينِ اللَّهِ إلَّا مَنْ حَاطَهُ مِنْ جَمِيعِ جَوَانِبِهِ»

Ihr habt keine schlechte Antwort gegeben, da ihr offen die Wahrheit ausgesprochen habt. Wahrlich, die Glaubensordnung Allahs kann nur von dem getragen werden, der sie von allen Seiten schützt.] [24.06.2021] – Ende

Drittens: Wie du siehst, rief der Gesandte Allahs sie zunächst zum Islam auf und erst danach ersuchte er sie um nuṣra – das heißt: Er lud sie zum Islam ein, bevor er ihre Unterstützung einforderte.

Wenn sie nun den Islam annahmen und der nuṣra aufrichtig und mit Lauterkeit entsprachen und zugleich Macht und Schutz gewährleisten konnten, sie also imstande waren, die Herrschaft des Islam in ihrem Land zu etablieren, dann forderte er ihre Unterstützung ein.

Wenn sie jedoch die Bedingung stellten, dass ihnen nach dem Tode des Propheten die Herrschaft zukommen solle, oder dass sie mit ihm gegen bestimmte Völker kämpfen, andere jedoch ausnehmen sollten, so wurde dies von ihnen nicht akzeptiert. Wenn sie hingegen – wie zuvor erwähnt – aufrichtig und ehrlich dem entsprachen, was er von ihnen verlangte, dann ersuchte er sie um nuṣra. Daher fragten ihn die anṣār bei der baiʿa von ʿAqaba: „Was bekommen wir, wenn wir dich unterstützen?“ Er antwortete: „Das Paradies.“ Darauf sagten sie: „Dies ist eine große Gunst von Allah.“, und stellten keine weltlichen Bedingungen für sich.

In der Sīra von Ibn Hišām (1/446), im Kapitel über die Worte, die al-ʿAbbās ibn ʿUbāda an den Stamm der Ḫazraǧ richtete, bevor die baiʿa, der Treueeid, geleistet wurde, heißt es:

[Ibn Isḥāq führt aus: ʿĀṣim ibn ʿUmar ibn Qatāda berichtete mir, dass – als sich die Leute versammelten, um dem Gesandten Allahs den Treueeid zu leisten – al-ʿAbbās ibn ʿUbāda ibn Naḍla al-Anṣārī, der zu Banū Sālim ibn ʿAuf gehörte, sprach:

„Ihr Leute von Ḫazraǧ, wisst ihr, worauf ihr diesem Mann die Treue leistet?“ Sie antworteten: „Ja.“ Er sagte: „Ihr leistet ihm die Treue zum Kampf gegen alle Menschen, Rote und Schwarze. Wenn ihr meint, dass ihr ihn im Stich lassen werdet, sobald euer Vermögen vernichtet wird und eure Vornehmen getötet werden, so tut es jetzt. Bei Allah, es wäre eine Schande für euch im Diesseits und im Jenseits. Wenn ihr jedoch meint, dass ihr den Eid ihm gegenüber einhalten werdet, selbst wenn euer Vermögen vernichtet wird und eure Vornehmen getötet werden, dann nehmt ihn an – denn bei Allah, es wäre das Beste im Diesseits und im Jenseits.“ Sie sagten: „Wir nehmen ihn an – auch wenn unser Vermögen vernichtet wird und unsere Vornehmen getötet werden.“ Was bekommen wir dafür, o Gesandter Allahs, wenn wir dies erfüllen?“ Er antwortete: „Das Paradies.“ Daraufhin forderten sie ihn auf: „Strecke deine Hand aus.“ Er streckte seine Hand aus, und sie leisteten ihm die baiʿa]

Zusammenfassung:

Die nuṣra wird somit von demjenigen erbeten, der dem Aufruf zum Islam folgt, ihn annimmt und zugleich Macht und Schutz gewährleisten kann, sodass er imstande ist, dem Islam Beistand zu leisten und die Herrschaft gemäß dem, was Allah herabgesandt hat, zu errichten – entweder allein oder gemeinsam mit anderen. Diese beiden Bedingungen müssen bei demjenigen erfüllt sein, von dem die nuṣra erbeten wird. Wenn er jedoch den Islam nicht annimmt oder nicht zu den Stärke- und Schutzträgern zählt, die zur Veränderung imstande sind – sei es allein mit dem eigenen Stamm oder mit anderen –, dann gehört er nicht zu denjenigen, von denen die nuṣra erbeten wird.

Ich hoffe, dass dies ausreichend ist. Und Allah ist wissender und weiser.]

— Zitatende

Euer Bruder ʿAṭāʾ ibn Ḫalīl Abū ar-Rašta
9. Šauwāl 1447 n. H.
27.03.2026
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