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بسم الله الرحمن الرحيم
Im Namen Allahs des Allerbarmers des Barmherzigen
Nachricht und Kommentar
Beginnt das kapitalistische System zu zerfallen und sich selbst aufzuzehren?
Nachricht:
Die französische Präsidentschaft hat angekündigt, dass Paris die NATO um die Durchführung militärischer Manöver in Grönland ersuchen wird, um die Sicherheit der Region angesichts wachsender Spannungen mit den Vereinigten Staaten zu stärken, die auf eine Kontrolle über die Insel hinarbeiten. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, erklärte die französische Präsidentschaft in einer Stellungnahme, sie sei bereit, sich an den vorgeschlagenen Militärmanövern zu beteiligen. Zugleich bekräftigte US-Präsident Donald Trump erneut sein Interesse an einer Eingliederung Grönlands, das zum Königreich Dänemark gehört. Bloomberg zufolge gibt es Bedenken, dass dieser Schritt den Unmut Trumps hervorrufen könnte. Dieser hatte in dieser Woche damit gedroht, ab Februar Zölle in Höhe von 10 % gegen europäische Staaten zu verhängen, die sich seinen Plänen bezüglich Grönlands widersetzen. (Aljazeera)
Kommentar:
Die kapitalistische Weltordnung ist in seiner gegenwärtigen Form nicht länger jenes geschlossene Modell, das der Welt einst als „Ende der Geschichte“ und als höchster erreichbarer Stand politischer und wirtschaftlicher Entwicklung präsentiert wurde. Die aufeinanderfolgenden Krisen, die inneren Widersprüche und die Konflikte zwischen seinen großen Machtpolen zeigen von Tag zu Tag deutlicher, dass dieses System begonnen hat, sich selbst zu zerfleischen – und dass die Werte, die es stets besungen hat, nichts weiter als zweckdienliche Instrumente waren, die dem Geld und der Macht dienen, nicht dem Menschen.
Der eskalierende Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Europa um die Insel Grönland gilt als ein besonders deutliches Beispiel für die wahren Absichten des Kapitalismus. Grönland hat sich – angesichts seiner enormen natürlichen Ressourcen und seiner herausragenden geopolitischen Lage – zu einem Schauplatz der Auseinandersetzung selbst zwischen Verbündeten entwickelt. Hier verblasst die Sprache von Demokratie und dem Recht der Völker auf Selbstbestimmung und weicht einer Rhetorik der Interessen, der Dominanz und der Deals.
Die USA, die sich lange als Hüter einer regelbasierten Weltordnung präsentiert haben, zögerten nicht, Grönland als strategische Ware zu behandeln, die käuflich ist oder durch politischen Druck beeinflusst werden kann. Europa hingegen wirkt hin- und hergerissen zwischen dem Anspruch moralischer Souveränität und der Unterwerfung unter die Logik von Markt und Macht. Dieser Widerspruch ist keine Ausnahme, sondern vielmehr die Regel innerhalb eines kapitalistischen Denkens, das den Nutzen über alles andere stellt.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass Demokratie im kapitalistischen Verständnis kein fest verankerter menschlicher Wert ist, sondern ein Instrument, das eingesetzt wird, wenn es den Interessen dient, und missachtet wird, wenn es ihnen im Wege steht. Parolen von Freiheit und Menschenrechten werden gegen Gegner erhoben, während sie völlig in Vergessenheit geraten, sobald es um Reichtümer, strategische Verkehrswege oder politischen Einfluss geht.
Der Konflikt um Grönland offenbart – wie viele andere Konflikte auch –, dass kapitalistische Staaten nicht von Gerechtigkeit oder dem Respekt vor dem Willen der Völker geleitet werden, wie sie behaupten, sondern von einer Gleichung aus Gewinn und Verlust. Wenn Moral und Geld miteinander kollidieren, fällt die Entscheidung zugunsten des Geldes. Die Krise reicht tiefer als ein bloßer geografischer Streit; sie ist die Krise eines ganzen Systems. Der Kapitalismus leidet heute unter innerer Zersetzung, unter Konflikten zwischen seinen Machtzentren und unter einer Erosion seiner moralischen Legitimität. Er ist nicht mehr in der Lage, weder andere noch seine eigenen Gesellschaften davon zu überzeugen, dass er Gerechtigkeit oder echten Wohlstand schafft – vielmehr produziert er Ungleichheit, Ungerechtigkeit und verdeckte Kriege im Namen von Interessen.
Wenn ein System an den Punkt gelangt, an dem seine Machtzentren miteinander in Konflikt geraten und dabei die Werte untergraben, die es selbst propagiert, ist das ein Zeichen für den Beginn seines Niedergangs – ganz gleich, wie stark es nach außen hin erscheinen mag.
Demgegenüber bietet der Islam ein ganzheitliches Verständnis von Mensch, Leben und Staat, das auf Gerechtigkeit statt auf Nutzen, auf Werten statt auf Deals und auf Fürsorge für den Menschen statt auf seiner Ausbeutung beruht. Der Islam trennt nicht zwischen Ethik und Politik und erhebt das Geld nicht zu einem anzubetenden Götzen, sondern ordnet Interessen dem Maßstab von Wahrheit und Gerechtigkeit unter.
Was wir heute an Konflikten innerhalb des kapitalistischen Lagers beobachten – darunter auch der Streit um Grönland – ist nichts anderes als ein Hinweis auf den Zusammenbruch eines Systems, das seine moralische Orientierung verloren hat. Mit dem Fall der Masken tritt der dringende Bedarf nach einer gerechten Ordnung hervor, die den Menschen vor den Profit und das Recht vor die Macht stellt. Hier zeigt sich erneut, dass der Islam eine wirkliche Alternative darstellt, die in der Lage ist, die Menschheit aus der Dunkelheit der Ausbeutung in das Licht von Gerechtigkeit und Würde zu führen.



